WILLY-BRANDT-PLATZ - Geschichte, Gestaltung und Nutzung

 

1880 wurde die Bastion am Vogeltor, ein künstlicher Erdhügel, abgetragen und an ihrer Stelle ein Grünplatz angelegt. Im Gegensatz zum Königsplatz mangelte dem Vogeltorplatz jedoch von Beginn an eine architektonische Fassung. Es gab auch, anders als etwa am Jakobertorplatz keine öffentlichen Einrichtungen. Denn seit 1781 gehörten die Flächen im Süden und Osten zu einem Textilbetrieb, aus dem 1885 die 'Neuen Augsburger Kattunfabrik' (NAK) hervorging. 

 

Die Werksbauten der NAK wurden stetig erweitert und erneuert, bis die Fabrik 1996 geschlossen werden musste. 1999 war das riesige Bauensemble der NAK bis auf das Verwaltungsgebäude verschwunden. An seiner Stelle erhebt sich seitdem eine Shoppingmall. 

 

Der Vogeltorplatz wurde bis 2001 völlig umgestaltet, wobei die Grünfläche bis auf eine Insel verschwand. Städtebaulich ungenutzt blieb auch der den Platz querende Sparrenlech. Es entstand ein gestaltloser Stadtraum mit chaotischer Möblierung wie Fahrradständer oder Bänke, der im Grunde nicht mehr als ein Durchgang zur City-Galerie ist. 2002 erhielt er den Namen Willy-Brandt-Platz.

 

Das Einkaufszentrum, umliegende Büros wie auch die Volkshochschule sichern dem Platz indes eine starke Frequenz. Seine Fläche wird häufig kommerziell genutzt – im Winter für einen Weihnachtsmarkt. Auch kulturelle Veranstaltungen z.B. im Rahmen des 'Friedensfestes' (8. 8.) finden hier statt. 

Grünanlage am Vogeltor um 1900
Grünanlage am Vogeltor um 1900

Quelle: Stadtarchiv Augsburg, Sign.-Nr. FS FA B 1294

Grünanlage am Vogeltor um 1900
Grünanlage am Vogeltor um 1900

Quelle: Stadtarchiv Augsburg, Sign.-Nr. FS FA B 1294

1/1